SSB streikt

Stuttgart ist gerade unpässlich (neben einigen anderen baden-württembergischen Städten). Es fahren nämlich keine Stadtbahnen. Oder nur manchmal. Oder nur bedingt. Eigentlich weiß man nicht wirklich, wann gestreikt wird. Oder: wer von den ganzen SSB-Mitarbeitern überhaupt streikt.
Es wird mehr Weihnachtsgeld verlangt, dreißig Tage Urlaub und klar, bessere Arbeitszeiten. Meine Arbeitszeiten sind klasse, beim Rest würde ich glatt mitstreiken. Verwöhntes Pack.

Montag erfahre ich, dass Mittwochs gestreikt wird. Einige Stunden später heißt es, es wird von Dienstag bis Freitag gestreikt. Inzwischen wird nur noch heute gestreikt, und wer weiß, vielleicht streiken sie übermorgen ja wieder. Leute: das nervt. Tut, was ihr nicht lassen könnt, aber sagt mir das bitte wenigstens einen Tag vorher. Dann kann ich mich wenigstens emotional und körperlich darauf einstellen (vor allem körperlich).

Ich muss zugeben, dass es mich nicht mal so schlimm trifft. Muss ja nur zur Arbeit laufen. (Allerdings komme ich sonst nirgendwo groß hin. Das ist natürlich doof.) Da die S-Bahnen noch fahren, komme ich problemlos an den Hauptbahnhof und laufe von dort aus zwanzig Minuten den Berg und die ganzen Stäffele hoch, bis ich total durchweicht oben ankomme. Es macht sogar fast keinen Zeitunterschied, ob ich nun laufe oder mit der Bahn fahre. Nur das Wetter fürs Laufen ist halt etwas scheiße, weil schwitzen und paar Grad über Null nicht so miteinander harmonieren. Wahrscheinlich liege ich das verlängerte Wochenende über hustend im Bett.

Mehr Leid tun mir die, die mit dem Auto etwa drei Mal so lange zur Arbeit brauchen wie üblich. Dadurch, dass natürlich in den Gebieten, in denen keine S-Bahn fährt, jeder zweite ins Auto steigt – staut es sich schon mal dezent, so dass man schon aggressiv ins Büro kommt, bevor man die erste Kunden-Mail gelesen hat.
Leid tun mir auch die ganzen Schüler in den Käffern, die gar nicht anders als mit dem Bus zur Schule kommen. Oder die ganzen Studenten, die ins hinterwäldlerische Hohenheim müssen. Und die ganzen Arbeiter, die kein Auto besitzen und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Und mein Mitbewohner J., der gestern nicht zum Fußball konnte.

Die Leidtragenden sind wir, die, die die Bahn jeden Tag nutzen. Und am wenigstens für das wenige Geld können. Wir zahlen nämlich jeden Monat brav unser Abo. Ich hoffe jedenfalls, dass das ganze bald ein Ende hat. Sonst werd ich nach dem ganzen Gelaufe am Ende noch sportlich.

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Ich.

Oberteil: New Yorker (trägt man das noch?). Oma-Rock: Von meiner Schwester. Aber dieses Mal geschenkt, nicht geklaut. Strumpfhose: H&M. Stiefel: Wieder die Stiefel aus einem dieser Chinesen-Schuhläden in Palma de Mallorca für 11 Euro.

Das im Hintergrund ist übrigens unsere Garderobe auf Arbeit. Meine Stiefel sieht man leider nicht mehr, hab noch das alte iPhone 3GS. Macht noch nicht so tolle Fotos wie das neue. Alles in schwarz-weiß, weil ich eh schwarz-weiß angezogen bin und das Bild in schwarz-weiß schöner aussieht.

Morgen trage ich übrigens Turnschuhe, da die Stadtbahn in Stuttgart ab morgen die ganze Woche streikt.
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Während ich die letzten Tage in Kenia verbrachte, überkam mich eine seltsame Sehnsucht nach meinem alten Blog. Das klingt jetzt völlig verrückt, aber es war ein bisschen wie Heimweh. Ich überlegte mir, woran das liegen könnte, und merkte, dass es dem Blog an etwas Entscheidendem fehlte, was bisher immer typisch für mich war: ein eigenes Design – mein Herzstück. Und seitdem hat es mir mein Auge die letzten Tage auch immer verboten, für so ein hässliches Theme zu bloggen. Auch wenn es mir in den Fingern juckte.

Daher setzte ich mich nach dem Urlaub an meinen Rechner und fing an, zu basteln. Themes zu basteln ist gar nicht mehr so einfach, wenn man es ewig nicht mehr gemacht hat. Ehrlich. Und bei mir ist es auch lange her. Mindestens ein Jahr. Boah. ROUTINE! Sie war weg.

Nachdem ich mich durch diese komische Kommentarscheiße gewühlt habe (mal ehrlich, wie lange habe ich um WordPress-Themes nicht mehr herum gecodet?!) und dieses blöde Blank-Theme hatte nicht einmal eingerückten HTML-Code. Ach ja: Ich habe das erste Mal nicht für den Internet Explorer 6 optimiert. Machte das bis jetzt immer, hatte etwas mit Ehre und Stolz zu tun. Mir ist erst neulich bewusst geworden, wie alt das Ding eigentlich ist, als ich allererste Entwürfe meiner allerersten Webseite (2001!) fand und die für den IE 6 optimiert waren. Wohooo. Das holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück.

So, jedenfalls: here it is. Falls jemand noch Fehler oder Unstimmigkeiten finden sollte, darf er sich gerne hierzu äußern. Und weil ich schon dabei bin, habe ich die Facebook-Seite auch gleich mit überarbeitet.

Ansonsten bin ich gerade etwas depressiv, weil ich nicht essen darf. Mitte des Urlaubs hatte mein (äußerst sensibler) Magen angefangen sich zu beschweren (bei den Gewürzen da kein Wunder) und hat seitdem nicht damit aufgehört. (Dass ich nach der Ankunft direkt zum Chinesen gerannt bin, hat es wahrscheinlich nicht besser gemacht.) Meine Ärztin hat mich auf Zwangsdiät gesetzt und nun darf ich nur noch Brot, Fleisch, Reis, Kartoffeln und Brühe essen. Möglichst keine Ballaststoffe, keinen Zucker (ich als Experte musste mich erst mal informieren, in welchen Lebensmitteln das steckt). Anfangs dachte ich, ich müsste mich nicht so daran halten, aber hey, mein Magen verzeiht einfach nichts.
Man könnte auch genau so gut gar nichts essen, weil man nach einer halben Stunde wieder einen Scheißhunger hat, egal wie viel Brühe, Brot oder Kartoffeln man intus hat. Und esst mal einen ganzen Tag nur Brot mit etwas Schinken (“Aber Frau J, bitte ohne Fettrand!”), da kommt ihr heim und heult einfach den ganzen Abend lang. Nichts essen dürfen nimmt mir achtzig Prozent meiner Lebensfreude. Und wenn es weitergeht auch so viel an Gewicht.

Okay. Aber sonst ist alles in Ordnung.

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Hallo, Freunde der Sonne,

bin nach einem niemals enden wollendem Flug tatsächlich in Nairobi angekommen. Ich stellte mich eineinhalb Stunden für Visa an und schlief die erste Nacht in einem … Hotel … oder so ähnlich.

Nach zwei Tagen in Nanyuki bei meinem Bruder geht’s morgen los mit dem Backpacking, somit wären die schönen Tage mit warmen Duschen vorbei.

Ansonsten kann man hier mitlesen, wenn man möchte. Irgendwo gibt es schließlich immer Internet.

Bis bald,
Eure J.

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Ich schneide gerne Filme. Ich weiß nur nie, über was. Deswegen gibt es heute einen Filmzuschnitt über meine letzte Woche, quasi vom letzten Samstag in Stuttgart bis gestern in München.
Ich habe das Ganze mit meinem iPhone gefilmt, nach dem direkten ausspielen sah es furchtbar und teilweise sehr dunkel aus, aber auf YouTube hochgeladen wirkt es nicht mal so schlimm. Zumindest nicht in einer Breite von 420 Pixeln. Höhö.

Anmerkungen zum Video: Weiße Übergänge bedeuten Tageswechsel. Ich war total dekadent und zwei Mal hintereinander essen. Ja, ich aß zwei Mal Tortellini alla Panna, wie einfallslos! Der Körper strafte es mit Reaktionen auf Laktoseintoleranz. Zwischen dem Bier an meinem letzten Arbeitstag und dem Tequila später liegen mindestens zwei Stunden! Irgendwann lief Enrique Iglesias “Hero” im Hintergrund. Das hatte etwas Grunddramatisches. Die Kameraführung im Bus war nicht beabsichtigt, hatte aber was von Kunst. Meine Mutter holte mich in München im Dirndl ab. Es ist 4:11 Uhr und ich fliege heute nach Nairobi. Ja, mein YouTube-Name ist Arschkekspferd. OH GOTT!

Musik: ZOE.LEELA – Destroy She Says gefunden bei Schmunk.

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Hat nichts mit Disney zu tun, ist aber doppelt so unterhaltsam. Ich habe selten einen Zeichentrick mit so viel Witz und Liebe zum Detail und den Dialogen gesehen … Ist mit deutschen Untertiteln – also, unbedingt anschauen! (Ist übrigens auch für die unterhaltsam, die sonst nichts mit der Sprache am Hut haben.)

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Wenn man Zeitschriften wie die novum oder PAGE durchblättert und sich die Arbeiten diverser Agenturen ansieht, denkt man oft: Boah, geiler Scheiß. Wenn Agenturen etwas für Unternehmen entwickeln, scheint eine die andere zu übertreffen. Geiles Briefpapier, geile Visitenkarten, geile Webseite – individuell und doch funktional. Und dafür haben sie wahrscheinlich noch zig Preise bekommen.
Das ist toll, aber für Agenturen, die jetzt nicht gerade im Medien-Rampenlicht stehen, schlichtweg nicht erfüllbar, weil Zeit und vor allem Kosten eine Rolle spielen.

Die Grundvoraussetzung für schönes Design ist die Kommunikation zwischen Agentur und Kunde. Der Kunde definiert klar, was er haben möchte und die Agentur setzt das innerhalb des vorgegebenen Corporate Designs um. Zumindest ist das der Idealfall.

Die Realität ist, dass es oft schon an der Kommunikation scheitert. Der Kunde weiß eigentlich gar nicht, was er möchte, will Vorschläge, die oft abgelehnt werden, weil die Agentur eben nichts umsetzen kann, was nie genau definiert wurde.
Ist es dann mal so weit, dass der Grafiker weiß, was er machen muss, ist es manchmal schwierig, dem Kunden das eigene CI näher zu bringen. Es ist zwar für uns selbstverständlich, das CI des Unternehmens zu kennen, andererseits kann man nicht unbedingt voraussetzen, dass der Kunde weiß, wie es funktioniert. Besonders hier ist die Kommunikation zwischen dem Kundenberater und dem Kunden sehr wichtig, da er vermitteln muss, was geht und was nicht. Es ist nicht damit getan, dass man sagt, dass das CI das Auftreten nach außen vorgibt – man muss den Kunden oft (!) regelrecht davon überzeugen.
Bei Printprodukten wird am meisten reduziert: Sprach man anfangs noch davon, ein besonderes Format zu nehmen, zu lackieren, zu prägen und mit Sonderfarben zu arbeiten, wird es am Ende halt doch das vierfarbige DIN-Lang-Format. Aus Kosten- oder Zeitgründen.

Ich als Part in der Grafik habe schon früh festgestellt, dass persönlicher Geschmack selten eine Rolle spielt, dass Entwürfe, an denen man lange saß, einfach mal so abgeschossen werden und dass “Kreativität”, wie man es oft schön betont, nicht bei jedem Gestalter “einfach da ist”, sondern tatsächlich auf so etwas wie Erfahrung basiert. Es ist schwer, den Grat zwischen Spaß an der Arbeit und funktionalem Design zu gehen, ohne dabei auszuflippen.
Das heißt nicht, dass Arbeit keine Spaß macht – ganz im Gegenteil, die Herausforderung ist dabei ja, so zu planen, dass alles klappt. Bei meiner Arbeit steht Gestaltung längst nicht mehr ganz oben. Viel mehr die Organisation, das Verständnis für den Kunden, die Kommunikation und die Fähigkeit, aus Endverbraucher-Sicht das Produkt, das man entwirft, zu betrachten. Dann erst kommt der kreative Part.

Deswegen beurteile ich Produkte heute ganz anders als früher. Wenn ich heute an einem Plakat vorbeigehe und denke, “boah, wie kann man eigentlich so etwas Furchtbares produzieren?”, weiß ich, welche Faktoren in so einem Fall zusammenspielen können und verkneife mir in dem Moment jegliche Bewertung.

Schönes Design ist nämlich nicht immer so realisierbar, wie man es sich manchmal wünscht.

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