Neulich fragte mich eine Freundin, was ich an Silvester bisher immer so gemacht habe. Das ist eigentlich recht einfach: Bis zu meinem einundzwanzigsten Lebensjahr feierte ich Silvester meistens zu Hause, mit meiner Familie. Meistens gab es Fondue, und ich trank ausnahmsweise ein Glas Sekt zum Anstoßen, weil ich bis dato keinen Alkohol trank. (Außer damals an Silvester, ich muss achtzehn oder neunzehn gewesen sein, als ich mit R. 15 Tequila trank ohne wirklich dicht zu werden. Sie hingegen war aber schon hackevoll. Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe, wohl Talent.)
Was ich nach meinem Auszug so getrieben habe, ist unterschiedlich und wahrscheinlich auch weniger spektakulär. Trotzdem, entgegen jeglicher Ratschläge, um mein Image nicht zu zerstören, habe ich die Silvesternächste nach meinem Auszug aus dem Elternhaus mal Revue passieren lassen.

Silvester 2008: Mein damaliger Freund und ich haben eine Busfahrt nach Amsterdam und zurück gebucht und wollten dort gemütlich Silvester feiern. Das Resultat war, dass ich das erste Mal Pilze nahm und dachte, ich säße mitten in einem großen Orchester, weil ich über Kopfhörer gerade Beethoven hörte. Außerdem weinte und lachte ich abwechselnd, immer so im Fünf-Minuten-Takt. Das war anstrengend, daraufhin aß ich einen Hanf-Kuchen. Auf dem Rückweg haben wir auch noch einen Mitreisenden auf irgendeinem Rasthof vergessen. Das merkte sein Kumpel und Nebensitzer aber erst eine halbe Stunde später, weil er davor zu stoned war – die Rückfahrt dauerte dementsprechend etwas länger und der Busfahrer war irgendwann auch irre gut drauf.

Silvester 2009: Feierte ich in Stuttgart, im Besitos. Man muss dazu sagen, dass Silvester in Stuttgart wie Krieg ist und man den Schlossplatz danach theoretisch auch neu aufbauen könnte. Dass ich alle Gliedmaßen behalten habe, war höchstes Glück. Dafür gingen ein paar Gehirnzellen drauf.

Silvester 2010: Oh, ich erinnere mich daran, das war schlimm. Also, so gefühlstechnisch. Liebeskummer deluxe – einfach eine tolle Grundlage, um mit zwei meiner Freundinnen in meiner 24-Quadratmeter-Bude in Bad Cannstatt zu feiern. (Immerhin ging es ihnen ähnlich, das machte alles einfacher.)
Ich meine: wir spielten Trink-Spiele, die nicht betrunken machten, mit einer Ananas, die wir vermenschlichten! (Wir waren echt nicht betrunken.) Und gegen Mitternacht erhielten wir “2010 kann ja nur besser werden als 2009″-SMS, worauf wir den Schoko-Brunnen anwarfen, und die Schokolade ohne zu schmelzen in den Schokobrunnen warfen, was ein bisschen wie Durchfall aussah. Irgendwann zündeten wir Wunderkerzen an, im Hintergrund lief ABBAs “Dancing Queen” (davon gibt es ein Video). Zum Einschlafen schauten wir die Chipmunks-Filme. Ja. Beide Teile.

Silvester 2011: War eher etwas unspektakulär – ich feierte zu Hause, bei meiner Familie. Nach zig Glühwein nach Mitternacht bei Freunden weinten wir irgendwie alle, weil mein Bruder für ein Jahr nach Kenia ging, und wir ihn wohl schmerzlich vermissen würden. Das war sehr emotional, er kam aber tatsächlich heil wieder zurück.

Silvester 2012: Feierte ich auch zu Hause, dieses Mal aber featuring geile Magen-Darm-Grippe. Nachdem ich ins Waschbecken gekotzt habe, schaffte ich es tatsächlich auch bis zum Marktplatz, worauf ich mit Sekt anstieß und danach wieder kotzte, dieses Mal auf den Marktplatz.

Silvester 2013: Feierte ich mit meiner besten Freundin R. und ihrer Familie. Es gab Feuerzwangenbowle, Raclette und dieses Mal hatte R. die Magen-Darm-Grippe – deswegen lag sie dann irgendwann flach auf dem Sofa und erfreute sich ihres Kamillentees. Ich erinnere mich noch dunkel, mit ihrem Mann und ihrer Schwester Karten gespielt zu haben, so mit “wer verliert muss trinken”. Mein Talent für Kartenspiele konnte man wahrscheinlich an meinem Pegel erahnen.

Dieses Silvester feier ich mit der lieben Pisa P. Pläne hatten wir schon viele: wegfahren, daheim bleiben, wieder wegfahren, Wellness-Hotel, Domino spielen oder vielleicht sogar häkeln und parallel dazu Rosamunde Pilcher schauen. Was es tatsächlich wird, verrate ich Euch dann nächstes Jahr.

Cheers!

flattr this!


Das verbuche ich als Desaster meiner Silverparty ._.

Aber ich hab trotzdem ein kleines zusammengeschnittenes Video davon, höhö. Wir wir tanzen. Ganz elegant natürlich like a Swan.

  

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Nachdem ich Mittwoch auf der Weihnachtsfeier jenseits von gut und böse war, hoffe ich das an Silvester der Alkohol nicht so mundet -.-

(Ich sollte es wieder sein lassen!)

  

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J: Feierte ich in Stuttgart, im Besitos. Man muss dazu sagen, dass Silvester in Stuttgart wie Krieg ist und man den Schlossplatz danach theoretisch auch neu aufbauen könnte. Dass ich alle Gliedmaßen behalten habe, war höchstes Glück.

Aus einem Blog-Eintrag von mir zu Silvester 2008: “Um Mitternacht rum war ich übrigens am Schlossplatz und hab Fotos von dem dortigen Bürgerkrieg gemacht. Kam mir jedenfalls eher wie ein Bürgerkrieg vor als wie Silvester.”

  

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R.:
Ganz elegant natürlich like a Swan.

U made my day

  

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Christiane: (Ich sollte es wieder sein lassen!)

Das sage ich mir nach der Geburtstagsparty am Samstag auch. Aber das mache ich auch jedes Jahr. :liaf

olvidalisa: U made my day

Und meinen auch. :rofl:

  

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Ich finde Silvester 2010 klingt doch toll. Klingt als hätte es viel zu Lachen gegeben und als hättet ihr vor lauter Feuerwerks-Bilder ganz vergessen euch zum neuen Jahr zu beglückwünschen. Vielleicht gab es aber auch einfach nichts zu beglückwünschen :D

  

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