Was mir ja keiner im ersten Moment zutraut, ist, dass ich ein Oranisationstalent bin, und zwar durch und durch. Ja, ich mag chaotisch sein, und ja, ich bin tief in meinem Innern immer noch zwölf und außerdem habe ich rote Haare, aber ich habe mein Leben wirklich fest im Griff. Und auch, wenn ich emotional ab und an etwas struggle und am Ende des Monats immer wieder Pfandflaschen abgeben muss, um mein Überleben zu sichern (was auch nicht immer so toll funktioniert, ich bin inzwischen auf Leitungswasser umgestiegen, muss man nicht so viel schleppen und so), habe ich alles geordnet beisammen – Impulsivität und Ordnungssinn haben eben auch nur einen gewissen Prozentsatz an Überschneidung.

Das Einzige, das einen daran hindert, selbstständig zu werden und das zu tun, was man will, ist Angst – in erster Linie, weil man Angst hat, dermaßen zu verkacken, dass alles den Bach runtergeht. Das andere ist Routine und Gewöhnung. Und die Angst davor, was andere sagen, was eigentlich mal am irrelevantesten sein sollte.

Es gibt gewisse Dinge, die ich gelernt habe, und die ich lernen musste, so auf dem Weg der Selbstständigkeit und Strukturierung meines Lebens. Heute möchte ich denjenigen danken, die mich zu dieser besonderen Type gemacht haben (an dieser Stelle packe ich meinen Zettel aus, auf der meine Dankesrede steht, also: danke, danke!). Ich danke also:

  • Meinem Vater, der mich lehrte: “Entweder machst Du den Mund auf – oder Deinen Geldbeutel.”
  • Meiner Mutter, die eine relativ hohe Schamgrenze hat, die sie wohl an mich weitervererbt hat. Man sollte sich wirklich nicht dauernd genieren, bei dem, was man tut. Die Leute interessiert das in neunzig Prozent der Fälle nämlich sowieso nicht.
  • Meinen Eltern, und zwar dafür, dass ich heute so selbstständig bin, wie ich es nur sein kann, wenn das auch einiges gekostet hat. Ich bin jedenfalls auf niemanden angewiesen, wenn ich es nicht möchte, und das ist ein tolles Gefühl.
  • Meinen Geschwistern. Ja, wenn man klein ist, frisst man den anderen aus Neid noch das Essen vom Teller, aber irgendwann lernt man auch, gerecht zu werden und Verantwortung zu übernehmen.
  • Meinen Arbeitsstellen: Man stößt nirgends mehr immer wieder an seine Grenzen (zumindest wenn man einen gewissen Anspruch an sich selbst hat), die man überwinden muss.
  • Wieder meinem Vater, der mir beibrachte, Papierkram immer ordentlich abzulegen. Dank ihm und seinem Rat, der eigentlich total selbstverständlich sein sollte, kann ich meine Steuererklärung in einer Stunde erfolgreich abhaken. (True story, Leute, das ist einfach wichtig.)
  • Meinen Freunden, die mich (meistens) so nehmen, wie ich bin. Na ja, anders ginge es eh nicht, aber ich denke, jeder weiß, was ich damit sagen will.
  • Das war’s – jetzt hammer auch genug auf die Tränendrüse gedrückt.

Ich weiß nicht genau, was ich hiermit eigentlich sagen wollte, und der Titel ist auch etwas wirr – ich sollte vielleicht doch kein Headline-Texter werden. Könnte aber auch die Hitze sein oder die Overtüre der Zauberflöte, die ich gerade höre.

flattr this!


Also bist du jetzt selbstständig? Oder willst du das werden? (So beruflich und so?)

  

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Schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die ähnlich schnell ihre Steuererklärung erledigen können.

  

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Marcel: Also bist du jetzt selbstständig? Oder willst du das werden? (So beruflich und so?)

Nein. Mal sehen, was noch so für Interpretationen folgen.

Julien: Schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die ähnlich schnell ihre Steuererklärung erledigen können.

High five!

  

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das kisten packen und alten kram sortieren bekommt dir nich!
da wirst du nur melancholisch!
:tux

  

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tux: das kisten packen und alten kram sortieren bekommt dir nich!
da wirst du nur melancholisch!

Melancholie muss man manchmal zulassen. :)

  

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