Meine Geschichte, wie ich zum Laufen kam, ist eigentlich keine, die man einfach so erzählen könnte – und doch begann sie so, dass ich mich anfangs ziemlich dagegen gewehrt habe.

Als ich jünger war, war ich keine Person, die sich gerne in eine fremde Gruppe “einfügte” – andere Menschen waren mir suspekt, ich wollte eigentlich mit den wenigsten etwas zu tun haben – gleichzeitig fühlte ich mich wie ein Außenseiter, der nirgendwo hineinpasste – was natürlich nur die logische Konsequenz war.

Das begann schon in der Grundschule. Gruppenarbeit war eigentlich nichts für mich – ich hielt mich am liebsten mit meinen (wenigen) Freunden auf, alles andere bedeutete für mich Stress. Man bezeichnete mich als schüchtern und zurückhaltend, eher eigenbrötlerisch. Daher war der Sport eines der Fächer, das ich nie mochte, eben, weil dieser meistens auf Mannschaftssport und dem Gemeinschaftsgedanken basierte und man in einer Gruppe funktionieren musste. Ich habe mich jetzt nicht massiv dagegen gewehrt, strengte mich allerdings auch nie sonderlich an und wurde folglich bald immer als eine der letzten in eine Mannschaft gewählt.

Irgendwann, als ich älter wurde, merkte ich, dass der Sport, den ich für mich allein treiben konnte, für mich eine Art von Ventil war. Ging es mir nicht gut, ging ich nach draußen, lief, fuhr mit meinen Inline Skates fünf Mal um den Block und alles wurde besser.
Eine Hochphase disbezüglich hatte ich vor drei, vier Jahren. Ich war niedergeschlagen, eigentlich ziemlich depressiv und habe viele Dinge in meinem Leben nicht gebacken bekommen. Menschen, die so etwas auch schon durchgemacht haben, wissen vielleicht, wie es ist, wenn einem das Herz schwer wie ein großer Stein im Bauch liegt, man ständig aufgewühlt ist und nicht abschalten kann, wenn einen die Gedanken zu übermannen drohen. An dieser Stelle bin ich nach draußen gegangen.

Dass ich jetzt angefangen habe, mehr regelmäßig Sport zu treiben, hat glücklicherweise nichts mehr damit zu tun, dass es mir nicht gut geht – meine Einstellung gegenüber mir, in erster Linie, dass es mir mit mir gut geht – körperlich wie emotional – hat inzwischen einfach erste Priorität erlangt.
Das begann mit einer anderen Einstellung zum Essen und einer gesunden Einstellung zum Sport, nach dem Motto “in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist”. Wenn es einem selbst gut geht, überträgt sich das in der Regel auch auf alles andere: Menschen – Familie, Freunde, Beziehung. Arbeit. Hobbys.

Dass ich mir mit Projekten wie dem “Virtuellen Laufdings” selber Ziele stecke, motiviert mich dann auch noch zusätzlich, mich in die Laufschuhe zu schwingen – auch wenn es draußen null Grad hat, es schneit und der Bauer gerade frische Gülle ausgekarrt hat.
Und wenn es andere auch noch motivieren kann, haben Christin und ich jedenfalls alles richtig gemacht.



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Anfang nächster Woche wollen wir wissen: Wie sieht eure Ausrüstung aus? Welche Apps benutzt ihr? Habt ihr einen Trainingsplan? Was erhält eure Motivation? Was gehört für Euch zum Laufen einfach dazu?

Falls ihr Lust habt, am “Virtuellen Laufdings” mitzumachen – es sind noch jede Menge Plätze frei.

flattr this!


Das mit dem Schulsport kann ich verstehen. Das kann viel kaputt machen was die Begeisterung für zukünftigen Sport angeht. Gerade dieses Team-Auswahlgedöns hat mich tierisch genervt.

Ich spiele jetzt auch seit 7 Jahren Tennis und nutze den Sport auch als “Druckventil”.
Schade, dass ich mein Lauftraining wegen dem doofe Arm unterbrechen musste :(

  

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Hast du dich mal nach dem Myers-Briggs-Typenindikator bestimmen lassen? Ich finde das ganz interessant, um eventuell festzustellen, warum man sich “anders” fühlt.

Ich muss sagen, dass der Sportunterricht in der Sek 1 für mich die Hölle war, vor allem Volleyball (oder auch: die 2 Monate, in denen ich 3 Stunden pro Woche grundlos permanent angemault wurde).
In der Sek 2 war ich dann in einem Kurs mit nur 12 Leuten und meine Lehrerin war auch sehr bemüht, dass sich jeder wohl fühlt. Während der Schulzeit fand ich’s fast schon nervig, so im Nachhinein muss ich aber gestehen, dass sie massiv dazu beigetragen hat, dass ich Sport heute wieder so zu schätzen weiß.

  

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Im Schulsport hatte ich irgendwie immer wieder kleine Hochphasen, immer wieder Schwächephasen und war ansonsten glaube ich einfach Durchschnitt. Im Sprint hatte ich bis einschließlich 10./11. Klasse immer eine Hochphase, alles andere war eher Schwankungen unterlegen – vor allem der Mannschaftssport. Es gab nen Tag, da hab ich super Volleyball gespielt und beim Aufschlag jeden Ball so übers Netz gespielt, dass die anderen keine Chance hatten – war aber nur an dem Tag so. -.-

So richtig gemocht hab ich Schulsport nie. Aber Mannschaftssport – bzw. wie wir es damals immer nannten: “Spiele” – war noch das, was ich am liebsten machte. Es war eben eher ein Spiel als eine Anstrengung ohne irgendeinen wirklichen Hintergrund.

  

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R.: Das mit dem Schulsport kann ich verstehen. Das kann viel kaputt machen was die Begeisterung für zukünftigen Sport angeht. Gerade dieses Team-Auswahlgedöns hat mich tierisch genervt.

Ja, aber ich mag auch eher Sport, den ich unabhängig von anderen machen kann. Es mag für viele zwar ganz praktisch sein, wenn sie ein Mal die Woche irgendwo hin müssen, aber ich finde so wa einfach nur belastend.

Christin: Hast du dich mal nach dem Myers-Briggs-Typenindikator bestimmen lassen? Ich finde das ganz interessant, um eventuell festzustellen, warum man sich “anders” fühlt.

Habe jetzt das erste Mal davon gehört. :)

Christin: Während der Schulzeit fand ich’s fast schon nervig, so im Nachhinein muss ich aber gestehen, dass sie massiv dazu beigetragen hat, dass ich Sport heute wieder so zu schätzen weiß.

Ja, das stimmt.

Henning: So richtig gemocht hab ich Schulsport nie. Aber Mannschaftssport – bzw. wie wir es damals immer nannten: “Spiele” – war noch das, was ich am liebsten machte. Es war eben eher ein Spiel als eine Anstrengung ohne irgendeinen wirklichen Hintergrund.

Das ist ja eher das, was man so in Grundschulzeiten macht, zumindest war das bei mir so. In den höheren Klassen lief das dann schon auf Basketball, Volleyball & Co. heraus.

  

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Frau J: Das ist ja eher das, was man so in Grundschulzeiten macht, zumindest war das bei mir so. In den höheren Klassen lief das dann schon auf Basketball, Volleyball & Co. heraus. 

Schon, aber sind ja auch Spiele und da mach ich sozusagen automatisch Sport, während ich das Spiel spiele bzw. zu gewinnen versuche. Find ich weniger nervig als Sport um des Sports willen beim Geräteturnen oder so.

  

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