Fleißige Mitleser wissen, dass bei mir vor mehr als drei Jahren, im Oktober 2009, eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde. Darüber war ich heilfroh – plagten mich davor wochenlang Magenschmerzen schlimmster Art nach jedem Essen – da ich nun gezielt dagegen ansteuern konnte. Das hieß im ersten Moment, auf alles, was Laktose enthielt (also alle Milchprodukte), zu meiden, damit sich mein Körper erst mal regenerieren kann.

Anfangs kaufte ich mir viele Tabletten, die den Milchzucker in meinem Körper spalten sollten, wenn die Enzyme schon versagten. Das funktionierte auch ganz gut, nur beim Frühstück beziehungsweise der ersten Mahlzeit des Tages wurde es schwer. Irgendwann bestand mein Kühlschrank nur noch aus Minus-L-Produkten, so dass es sich so ganz gut lebte.
Und nun ja, was soll ich sagen. Wenn ich mal außerhalb essen war, gewöhnte man sich daran auf alle Käse-Sahne-Soßen zu verzichten (habe gelernt, dass Lactrase-Tabletten gegen Sahne nicht wirklich so toll ankommen), und trainiert allen Menschen an, “Durchfall, Durchfall!” zu rufen, wenn der Wille mal wieder schwach ist und man im wahrsten Sinne des Wortes darauf scheißt, ob es einem nach der Portion Laktose schlecht geht oder nicht. (Und das tat es. Immer.)

Nach und nach, wenn man sich mal an alles gewöhnt hat und das Thema “Laktoseintoleranz” nicht immer in den Mittelpunkt rückt, nimmt man das Ganze nicht mehr so wahr. So kam es, dass ich mit der Zeit auch mal Käse, Milch oder Sahne zu mir nahm, ohne, dass etwas passierte. Anfangs war die Dosis immer gering, inzwischen lebe ich eigentlich fast frei von laktosefreien Produkten.
Sahne, die mit immer am schlimmsten war, habe ich seit einigen Monaten sowieso fast aus meinen Lebensmitteleinkäufen verbannt, Milch war eh nie wirklich ein Thema, käsetechnisch kommt mir nur Mozzarella und ab und zu Weich- und Streichkäse fürs Frühstück ins Haus. Habe ich mal Lust auf etwas mit Sahne oder Milch (Pancakes, Pancakes!), greife ich inzwischen auf Soja und anderen Ersatz zurück (Mandelmilch, Haselnussmilch), was daran liegt, dass ich momentan sehr experimentierfreudig bin (und somit nicht mehr ständig tierische Produkte verwenden muss).
Aber auch außer Haus mache ich mir inzwischen keine Gedanken mehr, ob ich nun eine Cremesuppe essen sollte oder nicht – sondern tu es einfach – auch Nachtisch (Panna Cotta, Eis, Joghurts …) geht inzwischen ohne Probleme.

Woran es liegt, dass meine Empfindlichkeit gegenüber Milchprodukten zurückgeht, kann ich nicht mit Bestimmheit sagen. Ich schätze, es liegt unter anderem daran, dass ich diese nicht mehr in Masse konsumiere, insgesamt gesünder esse und lebe, weniger “seelischen Stress” habe und, das Wichtigste, dem Thema keine große Bedeutung mehr schenke. Denn wenn ich etwas festgestellt habe, dann, dass solche Dinge sehr oft reine Kopfsache sind – und wenn es dem Kopf gut geht, sich das oft einfach auf den Körper überträgt.

Das ist jetzt passiert, und was soll ich sagen – die Lebensqualität steigt wieder.

flattr this!


Das freut mich für dich! Zumindest gibt’s dann keine spontanen “Ich brauch ein Klo!”-Aktionen mehr :p
Und du hast recht, vieles ist wirklich Kopf/Seele Sache. Die richtige Balance ist nicht zu unterschätzen.

  

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Cooooooool :)
Freut mich :)

  

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Hoffentlich nicht “Auf Wiedersehen!”. :-)

Und was die Balance angeht, da haben ja schon die Lateiner nen schlauen Spruch draufgehabt: Mens sana in corpore sano :kls

  

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Freut mich für dich. :)
Immer wieder faszinierend, wie der Mensch sich selbst austrickst. Hoffentlich bleibt das auch auf Dauer so und verbessert sich vielleicht noch! Ich drücke die Daumen.

  

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Für mich ist das noch immer ein Thema. Es gibt Essen, das mehr oder weniger schlimme Folgen hat, aber ganz aus dem Kopf streichen sollte ich es nicht.
Als ich neulich der Meinung war, fast eine halbe Packung Philadelphia zum Abendbrot zu haben, hat sich mein Körper nicht gerade bedankt.

Ich hab irgendwann festgestellt, dass herkömmlich Milch bei mir den Appetit auf andere Molkereiprodukte massiv anhebt. Seitdem ich auf Mandelmilch (ganz großes OMNOMNOM) umgestiegen bin, komme ich deutlich besser durch den Alltag.

Was ich vor allem durch die LI gelernt habe: mehr auf den Körper hören.
Man gewöhnt sich an fast alles, auch an das latent immer vorhandene Blähgefühl. Wenn ich mal 2, 3 Tage in Folge massiv auf meine Ernährung geachtet habe und sich alles weitgehend normalisiert hat, fällt es mir anschließend deutlich schneller auf, wenn mein Körper mit einem Gericht unzufrieden war.

  

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Das hab ich auch gemerkt… gerade dann, wenn man schon vorher im Kopf dieses: Oh oh das könnte jetzt aber gefährlich werden, hat, dann bekommt man die Bauchschmerzen des Lebens. “Vergisst” man aber einfach, dass man eigtl. laktoseintolerant ist, dann passiert auch nichts.

  

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R.: Das freut mich für dich! Zumindest gibt’s dann keine spontanen “Ich brauch ein Klo!”-Aktionen mehr :p

Die schlimmste hast Du damals nicht mitbekommen – sei froh drüber. Da wird man unausstehlich. :liaf

Chrissy: Freut mich :)

:)

Henning: Und was die Balance angeht, da haben ja schon die Lateiner nen schlauen Spruch draufgehabt: Mens sana in corpore sano :kls

:kls

Amelie: Immer wieder faszinierend, wie der Mensch sich selbst austrickst.

Ja – das stimmt sowieso. :) In allen möglichen Bereichen.

Christin: Als ich neulich der Meinung war, fast eine halbe Packung Philadelphia zum Abendbrot zu haben, hat sich mein Körper nicht gerade bedankt.

Man sollte es dann halt auch nicht übertreiben. :D (Eine halbe Packung, wow! Hast Du gedippt?) oO

Christin: Man gewöhnt sich an fast alles, auch an das latent immer vorhandene Blähgefühl. Wenn ich mal 2, 3 Tage in Folge massiv auf meine Ernährung geachtet habe und sich alles weitgehend normalisiert hat, fällt es mir anschließend deutlich schneller auf, wenn mein Körper mit einem Gericht unzufrieden war.

Ja, so geht’s mir auch.

Electrofairy: Das hab ich auch gemerkt… gerade dann, wenn man schon vorher im Kopf dieses: Oh oh das könnte jetzt aber gefährlich werden, hat, dann bekommt man die Bauchschmerzen des Lebens. “Vergisst” man aber einfach, dass man eigtl. laktoseintolerant ist, dann passiert auch nichts.

Ist sehr oft so. Man darf nur nicht übertreiben – also, wenn man merkt, dass es gerade gut läuft, weil nichts nach dem Rahmspinat passiert – und dann darauf vor lauter Glück Kinder Maxi King essen. (Basierend auf einer wahren Begebenheit.)

  

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Laktoseintoleranz kann jeder Mensch irgendwann plötzlich bekommen und wieder verlieren :)
Ich hab sie auch wieder verloren ;D

  

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