Mein Personalausweis ist abgelaufen. Jeder, der mir sagt, dass man auf biometrischen Passfotos scheiße aussieht, hat recht – auf das Foto in meinem Reisepass bin ich auch nicht stolz, da sehe ich nämlich aus wie (O-Ton) “eine osteuropäische Nutte”. (Daher werde ich auch ein neues machen lassen.) Allerdings haben diese Menschen, die biometrsiche Passfotos nicht so toll finden, mein damaliges Foto in meiner Kieferorthopädie-Akte noch nicht gesehen.

Als ich fast zwölf war, musste ich zum ersten Mal dorthin. Meine Kieferorthopädin hieß Frau Dr. Fröhlich, allerdings macht sie ihrem Namen keine Ehre, weil sie sich zu der Zeit von ihrem Mann hat scheiden lassen, der auch Kieferorthopäde war.

Wenn man dort das erste Mal aufkreuzt, werden Fotos gemacht: eines frontal, eines vom Profil. Ich weiß noch, als die Helferin meinte, ich solle einfach “ganz normal schauen”, worauf ich die Mundwinkel bis zu den Füßen hinuntergezogen hatte und mein fröhliches Naturell profimäßig zu schau stellte – ungefähr so. In diesem Moment drückte sie ab. Und nee, 1996 waren Digicams noch nicht so verbreitet, dass man sich das noch hätte anschauen können.

Somit fiel es keinem auf, bis das Ding in meiner Krankenakte klebte. Sechs Jahre lang. Bei jedem Besuch brachte es die Helferinnen in ein emotionales Dilemma, weil sie einfach nur über mich lachen wollten, es aber eigentlich nicht durften. Ich meine, kennt ihr diese Dinger, auf die fünf Kilo Paste geklatscht wird, Dir in den Mund gesteckt werden (dem Erbrechen nah), einfach nur, um Abdrücke zu machen? Oder dieses Teil, mit dem man den Mund offen hält, wenn die Helferin gerade an der festen Zahnspange herumwerkelt, und einem die Instrumente immer schön ins Zahnfleisch rammt, weil sie einfach ungeschickt ist? Jedenfalls sah das immer besser als, als mein Foto in der Akte.
Ich dachte mir damals noch: Gut, dass ich wenigstens meine Brille abnehmen musste, die sah nämlich aus wie eine Mini-Version der gängigen Riesenglas-Brillen aus den Achtzigern, nur für Kinder. Was wäre das für ein vollendetes Werk gewesen. (Und da soll mir heute noch einer vorwerfen, ich wäre fotoscheu.)

Jedenfalls brauche ich biometrische Passfotos für meinen Personalausweis, der seit September abgelaufen ist. Wahrscheinlich brauche ich auch emotionale Unterstützung und danach einen McDonald’s.

Und dann irgendwann, gehe ich auch mal wieder zum Zahnarzt.

flattr this!


Also ich will jetzt sowohl dein Krankenaktefoto und dein zukünftiges Perso-Foto sehen.

  

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Fotos sind immer scheiße.
Passfotos erst recht.

McDonalds bin ich dabei.

  

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Bei mir wurden zum Glück keine Fotos gemacht. Mir wurden nur irgendwann meine echt grausamen ersten Zahnabdrücke gezeigt.

Was mir nur gerade Angst macht: Ich habe das Gefühl, dass sich mein einer Schneidezahn stressbedingt wieder etwas verschiebt. Ich möchte das nicht.

Highlight-Passfotos bei mir: Das in meinem alten DTU-Ausweis (den ich mir nach Trainingsende nie hab aushändigen lassen – vielleicht werde ich irgendwann so tun, als wäre er verschollen, damit ich einen neuen haben kann). Alle biometrischen Fotos, weil die bei mir immer verdächtig nach einem Lindsay-Lohan-Mugshot aussehen, wenn du verstehst, was ich meine.

  

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Morten: Also ich will jetzt sowohl dein Krankenaktefoto und dein zukünftiges Perso-Foto sehen.

Das Foto von der Krankenakte wird schwierig, das mit dem zukünftigen Foto je nach Ergebnis machbar.

Chrissy: McDonalds bin ich dabei.

McDonald’s geht immer.

Christin: Was mir nur gerade Angst macht: Ich habe das Gefühl, dass sich mein einer Schneidezahn stressbedingt wieder etwas verschiebt. Ich möchte das nicht.

Wie verschieben sich Zähne stressbedingt?

Christin: Alle biometrischen Fotos, weil die bei mir immer verdächtig nach einem Lindsay-Lohan-Mugshot aussehen, wenn du verstehst, was ich meine.

Oh … äh. Ja.

  

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Na ja… Eine Zahnspange drückt Zähne in die gewünschte Position und normalerweise trägt man die Spange dann so lange, bis angenommen wird, dass die Zähne immer in dieser Position bleiben werden. Stress und andere Faktoren können aber dazu führen, dass sie sich wieder (ein bisschen) zurückverschieben.

  

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Meine Kieferorthopäden-Zahnarzthelferin hat mir nur damals bei einem meiner letzten Besuche ein riesen Kompliment gemacht. Sie meinte nämlich so etwas wie, ich hätte mich ja riesig verändert und wäre total hübsch geworden oder sowas in die Richtung. Zum Beweis zog sie dann auch meine zum Beginn der Behandlung gemachten Fotos heraus. Bilder die ich gerne vernichtet sehen würde…
Und ja ich kenne diese “Dinger, auf die fünf Kilo Paste geklatscht wird, Dir in den Mund gesteckt werden (dem Erbrechen nah), einfach nur, um Abdrücke zu machen?” … Frage mich ob so eine Steinzeitfoltermethode heute noch angewendet wird…

  

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Christin: Stress und andere Faktoren können aber dazu führen, dass sie sich wieder (ein bisschen) zurückverschieben.

Mhmkay. Man lernt nie aus.

Mona: Sie meinte nämlich so etwas wie, ich hätte mich ja riesig verändert und wäre total hübsch geworden oder sowas in die Richtung.

Und damit hatte sie Recht.

Mona: Frage mich ob so eine Steinzeitfoltermethode heute noch angewendet wird…

Gute Frage, höre mich mal bei meiner jüngeren Verwandtschaft um.

  

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