Geschwister

Ich habe drei Geschwister. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob das “viel” ist, aber für die meisten scheint es “viel” zu sein. Vier Kinder in die Welt zu setzen ist für die meisten einfach schlicht und ergreifbar nicht mehr möglich, weil ihnen die Zeit und vor allem das Geld fehlt. Sagen sie. Ich habe davon keine Ahnung. Ich schätze eher, dass man sich heutzutage den Luxus gönnt, wenig Kinder in die Welt zu setzen. Muss ja nicht mehr sein. Zumindest nicht wie früher – so nach dem Motto die Kinder pflegen die Eltern im Alter. Heute möchte man oft unabhängig sein und möglichst wenigen zur Last fallen. Vor allem den Nahestehenden. Aber ich schweife ab.

Aus dem Grund, und weil die Menschen heutzutage anscheinend zu viel Asi-TV schauen, wurde ich öfters mal gefragt, ob meine Eltern das tatsächlich geplant hatten, vier Kinder und so – oder ob das mehr oder weniger ein Versehen war. Leute, meine Eltern haben tatsächlich gewusst, wie Verhütung funktioniert. Selbst in den Achtzigern war das ein Thema in der Bravo. Danke der Nachfrage.

Für Kinder sind viele Geschwister natürlich großartig, grob gesehen in fast allen Lebenslagen. Zumindest war das bei mir so – und hat man nicht das total gestörte Verhältnis zueinander, wird das wohl bei der Mehrheit so gewesen sein. Man hatte immer jemanden, mit dem man spielen konnte, den man ärgern, belehren konnte, mit dem man aufwuchs – und wenn es hart auf hart kam, wussten wir, konnten wir uns aufeinander verlassen.
Meine Geschwister und ich stehen uns sehr nah. Die Beziehungen untereinander sind sehr unterschiedlich, aber innig, auch wenn wir uns dessen vielleicht gar nicht bewusst sind. Wir können sein, wie wir sind, wir kennen unsere Macken, wir haben dieselbe Geschichte. Das sind Dinge, die verbinden. Und einen Menschen einfach in seinem kompletten und komplexen Sein über mehrere Jahre oder ein Leben lang zu erleben, ist ein Privileg, das man schätzen sollte.

Geschwister

Man sagt ja auch immer, Geschwister machen einen “sozial”. Oder “früher sozialer” als ein Einzelkind, weil man recht früh auf engem Raum mit anderen lebt. Kennt ihr diesen Fruchtsalat aus den Dosen mit diesen künstlichen, pinken Kirschen? Sie waren bei uns heiß begehrt, und wehe einer bekam eine mehr als der andere. Deshalb verteilte sie mein Vater immer gerecht, und die, die übrig blieben, aß er. Somit blieb der Hausfrieden gesichert.
So etwas ist rückblickend natürlich irgendwie dämlich, aber eben ein Lernprozess, den man wohl zwingend durchmacht. Wenn man diese Situationen, in denen man sich wie ein Arsch verhält, erlebt, und seine Erkenntnisse daraus zieht, versteht man (in den meisten Fällen) schnell das Prinzip des sozialen Zusammenlebens.

Im Nachhinein würde man natürlich vieles anders machen. Abgesehen davon, dass ich keinen Einfluss darauf habe, wie viele Geschwister ich habe, würde ich es mir im Nachhinein nicht anders wünschen. Ob ich selber mal mehr als drei Kinder in die Welt setzen möchte: wahrscheinlich eher nicht. So schön meine Kindheit war und die Erlebnisse, die ich hatte, aber ich bin in der Hinsicht wohl etwas egoistisch. Außerdem finde ich es schwer, schöne Namen zu finden (immer diese Luxusprobleme, aber sie sind berechtigt – bei uns hat man die abnehmende Qualität der Namen nämlich festgestellt, und ich als Älteste darf das auch behaupten). Aber wer weiß, vielleicht entpuppe ich mich irgendwann mal als dauerwerfende Frau und Mutter.

(Das Titelbild zeigt übrigens die Familie meiner Oma. Meine Oma hatte neun Geschwister. Zumindest glaube ich das. Es waren jedenfalls sehr viele. Sie konnte zum Schluss nicht mal mehr alle Namen aufzählen. Lag aber vielleicht auch am Alzheimer.)

flattr this!


:)

Aber Hallo?! Uwe ist doch mega cool (oder nach Google: doof, schwul, raus und raus aus Big Brother – was wünscht man sich mehr)

  

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Und einen Menschen einfach in seinem kompletten und komplexen Sein über mehrere Jahre oder ein Leben lang zu erleben, ist ein Privileg, das man schätzen sollte.

das ist der beste satz, den ich jemals ‘pro kinder/geschwister’ gehört habe. und das mir, die eigentlich keine [?] kinder möchte und einzelkind ist. hihi.

  

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Dank underem Bruder D. weiss ich heute, immer eine Kopie vom Vertrag machen! Es könnte ja sein, dass die eine Partei den Vertrag nach einem verlorenen Tennisgangballspiel ausisst.

  

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Lieees: Dank underem Bruder D. weiss ich heute, immer eine Kopie vom Vertrag machen! Es könnte ja sein, dass die eine Partei den Vertrag nach einem verlorenen Tennisgangballspiel ausisst.  

aufisst. PS: Es ging um einen N64.

  

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Ein schönes Foto, das mit der Rasselbande auf dem Stein. Ich glaube, Geschwister fördern die Konflikfähigkeit und das Verzeihen gleichermaßen. Zum einem muss man gucken auch eine pinke Kirsche zu bekommen, andererseits ist der/die Blödmann/dumme Kuh am nächsten Tag wieder da. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen und wird daher einen finden, wie es wieder weitergeht.

  

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Aber irgendwas ist mit den Bäumen im Hintergrund …

  

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Marc: Aber irgendwas ist mit den Bäumen im Hintergrund … Marc

Tatsächlich. Gespiegelt zur Y-Achse. Sehen irgendwie aus wie Monster. Vor allem hat der Linke ein Gesicht.

  

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Das war aber nicht vor einer Fototapete aus den 80ern?

  

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Uwe:
Tatsächlich. Gespiegelt zur Y-Achse. Sehen irgendwie aus wie Monster. Vor allem hat der Linke ein Gesicht.  

Hat was von einem Totenpfahl Oo

  

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Und mit zwei Geschwistern kann ich deinen Beitrag mit einem Punkt unterschreiben.

.

  

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Uwe: Aber Hallo?! Uwe ist doch mega cool

:roll:

rebhuhn: das ist der beste satz, den ich jemals ‘pro kinder/geschwister’ gehört habe.

Danke.

Lieees: Dank underem Bruder D. weiss ich heute, immer eine Kopie vom Vertrag machen! Es könnte ja sein, dass die eine Partei den Vertrag nach einem verlorenen Tennisgangballspiel ausisst.

:rofl:

Marc: Ein schönes Foto, das mit der Rasselbande auf dem Stein. Ich glaube, Geschwister fördern die Konflikfähigkeit und das Verzeihen gleichermaßen. Zum einem muss man gucken auch eine pinke Kirsche zu bekommen, andererseits ist der/die Blödmann/dumme Kuh am nächsten Tag wieder da. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen und wird daher einen finden, wie es wieder weitergeht.

Das trifft es wohl ziemlich auf den Punkt.

Marc: Aber irgendwas ist mit den Bäumen im Hintergrund …

Uwe: Tatsächlich. Gespiegelt zur Y-Achse.

Dein Bruder D. hat die Bilder aus dem Fotoalbum mit der kleinstmöglichen Auflösung eingescannt. Ich musste daher notdürftig verlängern.

Uwe: Vor allem hat der Linke ein Gesicht.

Uh. Stimmt. oO

Marc: Das war aber nicht vor einer Fototapete aus den 80ern?

Nein. :kls
Aber ich habe einen Fake mit Fuchur aus den Bavaria Filmstudios.

buchstabenwelt: Und mit zwei Geschwistern kann ich deinen Beitrag mit einem Punkt unterschreiben.

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Kenn ja zwei von den Viern :P Und muss sagen passt. Aber mir reicht meine eine Schwester aus…

  

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