Mein Bruder und ich funktionieren im Doppelpack eigentlich ganz gut. Man geht sich ab und zu mit Absicht total auf den Sack, aber ich glaube, irgendwie gehörte das bei uns Geschwistern dazu. Überhaupt lernt man sich auf Reisen sowieso immer besser kennen, und mit einem Altersunterschied von fünf Jahren haben wir uns im Kindesalter eigentlich nur gegenseitig unterdrückt und geschlagen (beziehungsweise ich ihn, ich war so grausam) – und sonst keinen großartigen Kontakt zueinander gehabt. Somit war es mal schön, die jeweils andere (und vielleicht bessere) Seite kennenzulernen.

Kenia war wirklich einer der tollsten Urlaube, die ich hatte. Liegt natürlich auch daran, dass man Reisen wie diese nicht jeden Tag so erleben kann, mit jemandem an der Seite, der sich im Land auskennt, die Sprache spricht und vor allem eins nicht macht: sich bescheißen lassen. Und das machen die da bei Weißen einfach in jeder Situation. Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen sollte, zu erzählen, wie es war. Weil es einfach zu viele Eindrücke wären, um sie jetzt zusammenzufassen und wiederzugeben. Deshalb sind sie wohl in den diversen folgenden Blogeinträgen, wenn es vom Kontext her passt, besser aufgehoben.

Nur eins: Mein Rückflug von Nairobi nach München war weniger schön und spiegelte eigentlich das wider, was ich in den zwei Wochen gelernt habe: Chaos. Mein Flug ging Sonntagabend um halb elf, da saßen wir allerdings alle noch im Abflugraum. Natürlich sagte uns auch keiner, was los war, was unter anderem wohl auch daran lag, dass nicht mal das Personal wusste, was los war. Nach einer halben Stunde teilte man uns mit, dass ein Gepäckstück verloren ging, noch mal eine halbe Stunde später erklärte man uns, wir müssten nochmals warten, weil irgendwas an der Maschine defekt sei. Und wie alle gestressten Europäer seufzten melodramatisch, sprangen von ihren Stühlen auf und schrien: “Wir brauchen doch zu essen … und zu trinken!”
Ich dagegen ließ mich durch das nicht schocken. Bei mir war das Drama schon vorbei – nämlich der Weg an mein Gate zu kommen. Und dieses Visa-Gedöns. Und das hatte ich geschafft, mit Hilfe eines netten Flughafen-Menschens, den ich anflehte, mir zu helfen. (Dadurch kam ich auch vor allen anderen dran, die sich total selbstständig durch das Gedränge wühlten. Sie hassten mich.) Nun konnte mir nichts Schlimmeres mehr passieren. Im Gegenteil. Wir kamen in ein Hotel. Über Nacht. EIN HOTEL! Nach zwei Wochen Rucksack-Touristen-Dasein ein Traum. (Ich kam an dem Abend ins Hotelzimmer, und schrie: “Strike! Striiiihiiihiikkkeee!” Kein Scheiß. Ich fühlte mich danach auch total albern.) Ich überschwemmte erst mal das Bad nach über halbstündigem Duschen.
Eigentlich sollte der Flieger am nächsten Tag um zehn los, um zehn erfuhren wir aber, dass er erst um zwölf geht. Damit war mir auch klar, dass ich an diesem Tag nicht mehr von Paris nach München kam. Und nächtigte deshalb nochmals außerhalb Deutschlands – im Hilton. Somit kam ich einen Tag später an als urpsünglich geplant, aber hey, besser spät als abgestürzt.

Heute habe ich es endlich mal geschafft, mein eigentlich zehnminütiges Video auf etwa drei zu reduzieren und nach einer Ewigkeit endlich mal für Euch zuzuschneiden und hochzuladen. Es beinhaltet den Trip durch die Städte Lamu, Malindi, Watamu und Mombasa. Viel Spaß beim Anschauen.

flattr this!


Jaja die ausländischen Fluggesellschaften…immer für ne Überraschung gut.
Youtube hat dein Video leider schon gesperrt für Deutschland (doofe GEMA)

  

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“Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat.” :(

“Könnte”. Wenn man die Gema-Logik aufs wahre Leben anwenden würde, sähe das wohl so aus: “Leider ist ihr Führerschein nicht mehr verfügbar, da Sie über eine rote Ampel gefahren sein könnten.”

  

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Ich habs über nen FF Addon angeschaut, echt cooles Video und coole Musik ;) Ich glaub ohne die hätten wir es hier auch gucken können, aber egal!

  

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So. Hab das Video nun bei Vimeo hochgeladen. Dürfte jetzt ohne größere Umstände wieder zu sehen sein.

Anni: Jaja die ausländischen Fluggesellschaften…immer für ne Überraschung gut.

Man ist halt zu verwöhnt, nicht?

Marc: “Könnte”. Wenn man die Gema-Logik aufs wahre Leben anwenden würde, sähe das wohl so aus: “Leider ist ihr Führerschein nicht mehr verfügbar, da Sie über eine rote Ampel gefahren sein könnten.”

Ja. So ist das halt. :liaf

buchstabenwelt: na bravo Oo

:daumen

Fr34k: Ich habs über nen FF Addon angeschaut, echt cooles Video und coole Musik ;)

Danke. :)

  

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Achja, der liebe Urlaub. Gutes Video. Vor allem gefällt mir, dass du den Stiftschnurrbart und das Walross reingeschnitten hast.

PS: Vielleicht solltest du einen “Na Bravo!” Smiley erfinden. Ich denke, der würde häufiger benutzt werden.

  

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ich finde ja immer noch, dass “empire state of mine” auch wundervoll gepasst hat! Außerdem fühle ich mich nach bestimmt fünmaligem Ansehen des Videos langsam als wäre ich selbst dabei gewesen – das spricht von großer Filmkunst, finde ich =D

  

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Uwe: Achja, der liebe Urlaub. Gutes Video. Vor allem gefällt mir, dass du den Stiftschnurrbart und das Walross reingeschnitten hast.

Das war ja auch essentiell.

Uwe: PS: Vielleicht solltest du einen “Na Bravo!” Smiley erfinden. Ich denke, der würde häufiger benutzt werden.

Gute Idee.

Mona: Außerdem fühle ich mich nach bestimmt fünmaligem Ansehen des Videos langsam als wäre ich selbst dabei gewesen – das spricht von großer Filmkunst, finde ich =D

Hehe, stimmt. Du warst von Anfang an dabei. Und das noch bei der Zehn-Minuten-Version. :)

  

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Ich bin beeindruckt. Und neidisch!

  

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Laura: Ich bin beeindruckt. Und neidisch!

Zu Recht. :)

Helmut: coooooool

Yeaaah.

  

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